Hamburger Modell der stufenweisen Wiedereingliederung

Nach dem Hamburger Modell werden Beschäftigte nach längerer Arbeitsunfähigkeit stufenweise wieder in das Arbeitsleben eingegliedert. Diese Regelung findet sich in § 74 SGB V und ist gleichlautend für schwerbehinderte oder von Behinderung bedrohte Arbeitnehmer im § 28 SGB IX geregelt.

Die stufenweise Wiedereingliederung ist eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation. Der Träger ist die Krankenkasse – bei Beamten/Innen der Dienstherr.

Das Hamburger Modell verfolgt das Ziel, arbeitsunfähige Beschäftigte nach längerer schwerer Krankheit stufenweise an die volle Arbeitsbelastung heranzuführen, um den Übergang in die Berufstätigkeit zu erleichtern. Der Arbeitnehmer entwickelt mit seinem Arzt einen Eingliederungsplan, der dem Genesungsfortschritt des Arbeitsnehmers entspricht. Die Arbeitsaufnahme kann so mit wenigen Stunden täglich beginnen und schrittweise bis zur vollen Arbeitszeit gesteigert werden. Die Dauer der Maßnahme liegt im Regelfall zwischen 6 Wochen und 6 Monaten. Während dieser Zeit gilt der Beschäftigte weiterhin als arbeitsunfähig und bezieht Kranken- bzw. Übergangsgeld.

Arbeitgeber und Krankenkasse müssen von Beginn an die Zustimmung für diese Maßnahme erteilen. Für schwerbehinderte Menschen ist es nach neuer Rechtsprechung (BAG 13.06.2006, 9 AZR 229/05) nun nicht mehr notwendig.

Quelle: http://www.schwbv.de/hamburger_modell.html